Zweite Evaluation von Luisa 2013/14

Meine Hauptaufgaben als Freiwillige im Hogar Esperanza sind weiterhin dieselben wie zu Beginn meines Freiwilligendienstes.
Wir fahren die Kinder zur Schule, in den Kindergarten oder zum Arzt und sind abends, sowie an den Wochenenden für die Küche und für das Aufräumen und Säubern des „patios“ verantwortlich.
Hinzu kommen viele kleine Aufgaben und Erledigungen, die uns zu Beginn noch nicht aufgetragen werden konnten, z.B. wegen Verständnisschwierigkeiten oder zu geringen Ortskenntnisse.
Zusätzlich zu unseren Hauptaufgaben fahren wir nun beispielsweise mit dem Auto Spenden abholen, liefern Dokumente beim Arzt ab oder erledigen viele kleine und alltägliche Aufgaben im Hogar, wie Kartoffeln schälen, Wäsche aufhängen, Pflanzen wässern oder auch einmal den Weihnachtsbaum schmücken.
So sind meine täglichen Aufgaben einerseits dieselben geblieben, andererseits kommen regelmäßig neue hinzu.
Am Wochenende beispielsweise, gibt es mittlerweile für uns Freiwillige sehr viel zutun: Wäsche und Essen machen, Auto waschen, Spenden registrieren und natürlich vor allem die Betreuung der Kinder, welche am Wochenende alle gemeinsam im Haus sind.
Unsere Arbeitszeiten sind weiterhin dieselben, wir arbeiten in zwei Schichten und haben mittlerweile eine Routine entwickelt, durch die wir vor allem unsere abendlichen Aufgaben gut und zügig schaffen, um danach noch Zeit mit den Kindern verbringen zu können, bevor sie schlafen gehen.
Die Arbeitsbelastung von uns Freiwilligen hängt jedoch auch sehr davon ab, ob es an einem Tag viele Fahrdienste zu erledigen gibt oder ob wir allein oder zu zweit im Haus sind um mitzuhelfen.
Ich bin jedoch der Meinung, dass es im Hogar generell an Arbeitskräften bzw. Freiwilligen mangelt (wir sind zu viert) und es dadurch fast immer viel Arbeit gibt, die täglich anfällt, jedoch nicht eindeutig klar ist, in wessen Zuständigkeitsbereich diese Arbeiten fallen. Manchmal wünschen wir uns auch einen oder zwei weitere Freiwillige, die regelmäßig kommen und auch Auto fahren, da es besonders jetzt in der Urlaubszeit vorkommt, dass ein paar Schichten unbesetzt bleiben, was besonders im Bezug auf das Autofahren und die Aufgaben in der Küche abends ein Problem darstellt.
Für die zukünftigen Freiwilligen wollen wir eine Art Aufgabenplan entwickeln, der festlegt, welche Aufgaben die Freiwilligen täglich erledigen und welche Aufgaben zusätzlich freiwillig erledigt werden können, wenn es zeitlich möglich ist.
Fester Ansprechpartner für uns Freiwillige sind Tia Julia (unsere Vorgesetzte und die der tias) und Jacquie, die sich um Fragen unserer Arbeits- und Urlaubszeiten kümmert.
Unseren Arbeitsplan erstellen wir Freiwilligen selbst und bis auf ein paar kleine Missverständnisse klappt die Verständigung und Zusammenarbeit sehr gut.
Mein Verhältnis zu meinen Kolleginnen und Vorgesetzten würde ich als gut bezeichnen. Mit den tias verstehe ich mich gut, die gemeinsame Arbeit klappt meistens reibungslos und die tias sind immer für einen Spaß zu haben. Mit einigen tias habe ich mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt und fühle mich sehr wohl in ihrer Gesellschaft.
Im Hogar sind wir derzeit drei Freiwillige vom sfd und eine Freiwillige (Lisa), die privat gekommen ist, um Freiwilligenarbeit zu leisten.
Wir vier verstehen uns super, es gibt keine Probleme bezüglich der Erledigung unserer Aufgaben und wir helfen uns immer aus, wenn einmal jemand krank ist oder sonst irgendeine Art von Hilfe braucht.
An meinem Arbeitsplatz habe ich mich gut eingewöhnt, fühle mich im Kreis der Mitarbeiter angenommen und verbringe sehr gern Zeit mit den Kindern.
Seit unserer Ankunft haben uns mehrere Kinder verlassen, weil sie in Adoptivfamilien gekommen sind oder in ihre eigenen Familien zurückkehren konnten.
Die Abschiede sind mir teilweise echt schwer gefallen, obwohl sie natürlich immer auch von einem Gefühl der Freude für die Kinder begleitet wurden.
Außerhalb der Arbeit habe ich vor allem Kontakt zu Freunden und Verwandten meiner Gastfamilie, mit der ich den Großteil meiner freien Zeit verbringe. Außerdem treffe ich mich mit Lisa und den anderen Freiwilligen des sfds und mit Freunden, die ich in den ersten drei Monaten in meiner ersten Gastfamilie kennengelernt habe.
Vor drei Monaten bin ich in meine derzeitige Gastfamilie umgezogen und fühle mich wie ein weiteres Familienmitglied. Mir wurde seit meiner Ankunft in Santiago so viel Gastfreundschaft und Herzlichkeit zuteil, dass ich es manchmal gar nicht glauben kann. Ich versuche täglich, so viel wie möglich zurück zu geben und freue mich sehr auf das halbe Jahr das mir noch bleibt.
Mein Wohnort (Pirque, Dorf am Stadtrand von Santiago) macht es für mich unter der Woche manchmal schwierig mich mit Freunden zu treffen, die im Zentrum Santiagos wohnen und auch dadurch habe ich mehr Kontakt zu meiner Gastfamilie und Freunden, die in meiner Nähe wohnen.
Beim Einleben in die chilenische Kultur hatte ich keine Schwierigkeiten, das Einzige was mir nach wir vor Probleme bereitet, sind die sozialen und materiellen Unterschiede, die in der chilenischen Gesellschaft und besonders in Santiago sehr stark ausgeprägt und unübersehbar sind und die mich nach wie vor sehr beschäftigen.
Mit Lisa und meiner Gastschwester möchte ich mit einem Zumba-Kurs anfangen, um regelmäßig Sport zu machen, davon werde ich dann berichten, wenn wir damit angefangen haben.
Ich fühle mich mehr als wohl in meinem Arbeitsumfeld und in meiner Gastfamilie! Ich bin jeden Tag froh und glücklich, die Entscheidung getroffen zu haben, für ein Jahr nach Chile zu gehen und genieße jede Minute.
Nach mittlerweile einem halben Jahr im Hogar Esperanza und in Santiago fühle ich mich angekommen und sehr wohl, im Bezug auf meine Arbeit im Hogar, als auch im Bezug auf mein soziales Leben außerhalb der Arbeit.