Update zur Schließung des Hogar Esperanza in Santiago

Liebe Freundinnen und Freunde des Hogar Esperanza,

im vergangenen Oktober hatten wir unsere MitgliederInnen bereits per E-Mail über die bevorstehende Schließung des Hogars informiert. Diese Woche war es nun soweit - das letzte Kind hat das Hogar verlassen. Alle Kinder haben einen Weg zu ihren Familien, Pflegefamilien bzw. Adoptivfamilien gefunden. Auch die Mitarbeiterinnen, die Tias, konnten alle eine Neuanstellung finden. Wir freuen uns, dass es gelungen ist das Hogar bis zum Schluss als besonderen Ort für die Kinder aufrechtzuerhalten und die Türen nun mit einem Lächeln und vielen schönen Erinnerungen geschlossen werden.

Die Stiftung Hogar Esperanza wird es weiter geben und ein neues Projekt steht auch schon in Aussicht. In einem Telefonat diese Woche, hat uns der Leiter Jorge die neue Idee erklärt: Künftig sollen Kinder mit psychologischen Problemen aus schwierigen Familien sowie deren Angehörige unterstützt und durch Sozialarbeiter und Psychologen langfristig betreut werden. Dabei sollen positive Rahmenbedingungen (Unterstützung der Eltern bei der Arbeitssuche, Nachmittagsbetreuung, etc.) geschaffen und Präventivarbeit für ein gutes Aufwachsen geleistet werden. Eine Einbindung von Freiwilligen u.a. über den SFD ist weiterhin geplant.

Die Schließung des Hogars hat natürlich auch Konsequenzen für unseren Verein Hand in Hand für Chile e.V. Wir haben entschieden, die dem Verein noch zur Verfügung stehenden Spenden ein letztes Mal nach Chile zu überweisen, um dort ein Mädchen aus dem Hogar, welches gerade eine Berufsausbildung begonnen hat, bei ihrem Weg in ein unabhängiges und eigenständiges Leben zu unterstützen. Damit endet die Unterstützung des Hogar Esperanza, so wie wir es kennen und erleben durften.

Darüber hinaus hat der Vorstand entschieden, die Vereinsarbeit zunächst ruhen zu lassen, bis sich das neue Projekt der Stiftung Hogar Esperanza etabliert und gefestigt hat und wir auf Grundlage dessen evaluieren können, ob sich unser Verein weiterhin dafür einsetzen kann und will.

Viele Grüße,

euer Hand in Hand für Chile e.V.

 

                

 

Hier nochmal zum nachlesen:

Warum schließt das Hogar Esperanza?

Bereits seit sechs Jahren gibt es politische Bestrebungen Kinder nicht mehr in Heime zu vermitteln. Vielmehr wird versucht Kinder von Geburt an bei Familienmitgliedern oder in Pflegefamilien unterzubringen. Gründe für den Wechsel der Politik waren Vorfälle in anderen Kinderheimen (u.a. Kindesmisshandlung und Sterbefällen) sowie das Bestreben, Kindern ein Umfeld zu bieten, in welchem sie festere, familiäre Bindungen aufbauen können. In den letzten Jahren gab es kontinuierlich sinkende Anfragen an das Hogar Esperanza bezüglich der Aufnahme von Kindern.